Probelauf Re-creation
Bei der re-creation gibt es keine einzig richtige Lösung. Die Listen zeigen, was eine gute Lösung leistet, gleich wie du Theo denken lässt, solange es zum Text passt. Die Beispiele sind Möglichkeiten, keine Pflicht.
Das muss drin sein
- Rückblick auf den Tag mit Stellen aus dem Text, die Theo selbst erlebt hat: die 96 % (Z. 23–24), das Schweigen und Ms Harlows Stimme (Z. 25–27), der gebrochene Bleistift (Z. 28–29), sein Satz „It’s describing“ (Z. 31–32), das verschenkte Skizzenbuch (Z. 42–43).
- Hoffnungen und Ängste, danach und in dieser Reihenfolge, beide erkennbar. Zum Beispiel: Vielleicht hat das System recht und er wird gut darin; oder: Er hört ganz auf zu zeichnen, und niemand fragt danach.
- Theos Stimme: knapp, trocken, ein Witz über etwas Ernstes, wie beim Verschenken des Skizzenbuchs (Z. 42–43). Keine Klage in langen Sätzen.
- Form des inneren Monologs: Ich-Form, present tense, Erinnerungen im past, Fragen an sich selbst, abgebrochene Sätze, keine Anrede.
- Offener Schluss: An diesem Abend hat Theo noch nichts entschieden, jedenfalls nicht laut.
Was Theo an diesem Abend weiß und was nicht
| Er weiß es, er war dabei | Er kann es nicht wissen |
|---|---|
| seine Zahl und seinen Beruf; dass niemand klatschte (Z. 23–27) | was die Erzählerin über seine Zeichnungen dachte (Z. 33–36) |
| was Ms Harlow über das System sagte (Z. 5–10) | dass sie auf eine ebenso hohe Zahl hoffte (Z. 37–38) |
| was die Erzählerin flüsterte und welche Zahl sie bekam (Z. 30, 39) | dass sie sein Geschenk für einen Witz hielt (Z. 44–45) |
| dass er das Skizzenbuch verschenkt hat (Z. 42–43) | dass er die Ausbildung antritt und gut darin ist (Z. 46–48) |
Typische Fehlgriffe
- Theo denkt Sätze der Erzählerin, etwa, dass das System seine Reiher nie gesehen hat. Das ist ihr Gedanke (Z. 33–36), nicht seiner.
- Theo weiß schon, dass er im September anfängt und gut darin sein wird. Das erzählt die Erzählerin im Rückblick (Z. 46–48).
- Theo analysiert: „The Match is a symbol of a society that reduces people to data.“ Das ist Aufsatzsprache.
- Nur Rückblick, und die Zukunft kommt in einem letzten Satz. Die Aufgabe verlangt Hoffnungen und Ängste.
- Theo beschließt am Ende, gegen den Match zu kämpfen oder wegzulaufen. Dafür gibt der Text keinen Anhaltspunkt.
Eine mögliche Lösung (309 Wörter)
Ninety-six. Of course it was ninety-six. Not ninety-one like Priya, not eighty-eight. The highest number in the room, and nobody clapped. Not one person. And Ms Harlow with that voice. „Well done, Theo.“ Well done for what? For logging in every day?
I pressed too hard. I know I did. The lead went right in the middle of the wing. She saw it, I’m sure she did. „It’s just a recommendation.“ She meant it kindly. She always means things kindly.
Where’s my … right. Gone. I gave it away at lunch, as if it was nothing. „I won’t need it for logistics.“ And then I laughed, so she laughed, so it was a joke. Was it? It felt like one when I said it. It doesn’t feel like one now.
Twelve years of watching me learn, Ms Harlow said. Homework, tests, all those hours online. So it knows I finish things. It knows I’m on time. Maybe it’s right. Maybe I’d actually be good at it. Lorries, boxes, timetables, everything arriving where it’s supposed to arrive. There’s nothing wrong with that. Somebody has to do it. Why not somebody who’s ninety-six per cent sure?
And she got Marketing. Seventy-four. She looked relieved, I think. Or not. I couldn’t tell, and I didn’t ask.
But what if I’m still doing it at forty? Checking numbers on a screen, the way the screen checked mine today. What if I just stop drawing? Not because anyone tells me to. Just because there’s no time, and no book, and nobody asks. The maths teacher as a heron. The kings looking bored. Who’s going to draw those?
I could buy a new sketchbook tomorrow. A small one, one that fits in a pocket. I could. Probably I won’t.
„This is not a verdict.“ That’s what she said. So why does it feel like one?
Aufbau: Rückblick (die Zahl, das Schweigen, der Bleistift, das Skizzenbuch) · Hoffnungen (das System könnte recht haben, er wäre gut darin) · Ängste (er hört auf zu zeichnen) · offener Schluss mit einer Frage.
Textbezug: Priya 91 %, Jonah 88 % (Z. 13), Schweigen und Ms Harlows Stimme (Z. 25–27), Bleistift (Z. 28–29), Flüstern (Z. 30), Skizzenbuch und Lachen (Z. 42–43), „watching you learn for twelve years“ (Z. 7–8), Marketing 74 % (Z. 39), Lehrer als Reiher und gelangweilte Könige (Z. 17–19), „not a verdict“ (Z. 6).
Nicht drin, mit Absicht: dass das System seine Zeichnungen nie gesehen hat (Gedanke der Erzählerin, Z. 33–36) und dass er die Ausbildung antritt (Z. 46–48). Theo neigt am Ende dazu, sie anzunehmen, entscheidet aber nichts.
Der fremde Anfang (Fremdbewerten, S. 69)
Ninety-six. Nobody clapped. Why would they? The system never saw my herons, it only counted what I did online. This clearly shows how algorithms reduce people to data. Whatever. In September I start the apprenticeship, and I’ll be good at it. I know I will.
Erst einschätzen, dann weiterlesen.
Die begründete Einstufung
| Form · erfüllt | Ich-Form, present tense, Bruchstücke, eine Frage an sich selbst, keine Anrede. Nichts beschreibt Theo von außen. |
| Wissen · noch nicht | Zwei Sätze gehören nicht Theo: Dass das System seine Reiher nie gesehen hat, denkt die Erzählerin (Z. 33–36). Dass er die Ausbildung antritt und gut darin ist, erzählt sie im Rückblick (Z. 46–48). An diesem Abend weiß er beides nicht. |
| Figur · teilweise | Knapp und trocken wie im Text („Whatever.“), aber „This clearly shows how algorithms reduce people to data“ ist Aufsatzsprache. Ein solcher Satz reicht, damit man beim Lesen den Prüfling hört. |
„Teilweise“ heißt: Das Merkmal ist erkennbar da, aber an einer Stelle gebrochen. „Noch nicht“ heißt: Der Fehler betrifft den Kern des Teils, hier das Wissen der Figur, das der Zeitpunkt in der Aufgabe festlegt.